Foto Felix Born

Das Theaterprojekt ANDERLAND wurde beim Kölner Innovationspreis Behindertenpolitik mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Aus insgesamt 26 Projekten wurde das Theaterstück ausgewählt. Oberbürgermeister Jürgen Roters übergab den Preis an Festivalleiter Rolf Emmerich, Regisseurin Barbara Wachendorff und an das ganze Anderland-Team mit den von Demenz betroffenen Schauspielern, den Profischauspielern, Musikern und dem Orgateam.

Bei der fünften Verleihung waren im Kölner Rathaus mehr als 300 Gäste anwesend.

Hier die Laudatio von Britta Siegers, achtfacher Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics:

Das Sommerblut Kulturfestival setzte in diesem Jahr den Schwerpunkt auf das Thema Demenz und der Förderverein des Festivals inszenierte zusammen mit der Regisseurin Barbara Wachendorff ein Theaterstück, bei dem Menschen mit Demenz selbst auf der Bühne im Mittelpunkt stehen.
In „Anderland“ werden Rollen scheinbar fließend ausgetauscht, so dass man sich wirklich fragt, wer von den gezeigten Menschen überhaupt an Demenz erkrankt ist. Gerade diese Laiendarsteller sind mit einer Natürlichkeit, Fröhlichkeit und vor allem Glaubwürdigkeit bei der Sache, die absolut bewundernswert ist.

Ich habe mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen können, dass ein solches Projekt überhaupt realisierbar ist, als ich mir die Bewerbungsunterlagen hierzu angeschaut habe. Das Thema „Demenz“ wird allzu häufig verdrängt, obwohl es jeden von uns treffen kann. Das persönliche Schicksal, die unerfreulichen Begleitumstände werden selten thematisiert oder diskutiert. Viele erleben die Veränderung des Lebenspartners oder Elternteils als langsames Sterben, das geliebte Familienmitglied wird zu einem Fremden. Für die Angehörigen ist dies psychisch eine harte Bewährungsprobe. Trotzdem fällt es vielen immer noch schwer, sich Hilfe und Unterstützung zu holen.
Vorrangiges Ziel der Produktion „ANDERLAND“ ist, fremde und überraschende Seiten der Demenz sichtbar zu machen, um das Verständnis für daran erkrankte Menschen bzw. ihre Familien zu stärken. Und genau dies ist sehr wichtig, da aufgrund des demographischen Wandels ist abzusehen, dass die Zahl der davon Betroffenen ansteigen wird.
Vielen Dank für dieses tolle Projekt!
Ein besonderer Dank geht an die Mitglieder und Förderer des Vereins Sommerblut Kulturfestival, die sich in jedem Jahr im Rahmen des Programms mit dem Thema “Behinderung” beschäftigen. Mit ihrer Arbeit werden gesellschaftliche Diskurse angeregt. Und genau damit bringen Sie die Inklusion voran!
Herzlichen Glückwunsch !!!

(Abdruck der Laudatio mit freundlicher Genehmigung von Dr. Britta Siegers)

Foto Felix Born