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Eröffnung Sommerblut 2012 – Festival der Multipolarkultur
Zum elften Mal findet dieses Jahr das Sommerblut Kulturfestival statt und bietet den Menschen in Köln, aus der Region und der ganzen Welt ein alternatives und genreübergreifendes Kulturprogramm. Sommerblut ist das „Festival der Multipolarkultur“, ein inklusives Kulturfestival, welches die unterschiedlichen gesellschaftlichen, sozialen und politischen Standpunkte und Identitäten miteinander verbindet. Dabei stehen Menschen im Mittelpunkt, die sich festgelegten Zuordnungen entziehen und stattdessen neue Horizonte erschließen möchten. 2012 bietet Sommerblut ein Programm mit vielfältigen Themen und tabubrechenden Inszenierungen. Das Festival nähert sich unterschiedlichen Sichtweisen an, die mitunter verstörend, dann auch wieder verbindend oder versöhnend sein können. Sommerblut lädt ein zu einem Perspektivwechsel, in Richtung einer grenzüberschreitenden, mutigen – eben einer multipolaren Kunst und Kultur. Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Thema Demenz. Mit der Theaterproduktion „Anderland“ und einem umfangreichen Rahmenprogramm solidarisiert sich Sommerblut mit dem persönlichen Schicksal der Betroffenen.

Das Eröffnungsprogramm zeigt die gesamte Bandbreite des Festivals und gibt einen Vorgeschmack auf ein vielfältiges, zugespitztes und differenziertes Festival. Für Stimmung sorgt die Gruppe „Afrodeutsch“. Edgar Wallis & The ImmiGs sprengen mit ihrem Mix aus Rap und Hip Hop thematische und sprachliche Grenzen, wobei die Texte vom Alltag der in Deutschland lebenden Afrodeutschen handeln. Aus dem Rahmenprogramm zum Thema Demenz zeigen demenzkranke Menschen mit dem Tanzprojekt „Wir tanzen wieder“ wie Musik und Bewegung durch Krankheit gesetzte Grenzen aufweicht. Der Schwullesbische Chor der Hochschule für Musik & Tanz Köln durchbricht das herkömmliche Gefüge eines gemischten Chors mit festgelegten Stimmen und interpretiert lebendige, fantasievolle und zeigemäße Vokalmusik radikal neu. Die blinde Sängerin Leslie Mader überschreitet mit ihrer charismatischen Stimme ebenfalls Barrieren. Ihr genreübergreifendes Repertoire reicht von amerikanischen Folksongs über Musicals bis zu Arien, die sie individuell inszeniert. Auf die Reise geht es mit Mehmet Akbas: der Kurde führt seine Zuhörer in seine persönliche Klangwelt aus kurdischen Traditionen in zeitgemäßen Interpretationen und ist dabei avantgardistisch ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Die Kammeroper Köln gibt ungehörten Existenzen am Rande unserer Gesellschaft eine Stimme und rückt mit radikal arrangierten Arien die gesellschaftlich Verdammten in den Mittelpunkt. Moderiert wird die Eröffnungsveranstaltung von Lars Ruppel. Der Poetry Slammer ist nicht nur für seine wortgewaltigen Auftritte bekannt. In seinen engagierten Projekten führt er Jugendliche und demenzkranke Menschen mit einer grenzüberschreitenden Mischung aus Rap und Lyrik zusammen.

Pressebilder der Veranstaltung finden Sie im Anschluss hier.